Alles Liebe! Eine queere Landoperette
Von Misha Cvijović und Philipp Amelungsen
Preisträgerteam:
Misha Cvijović (Komposition), Philipp Amelungsen (Idee, Buch und Libretto), Anna Weber (Regie), Stella Lennert (Bühne), Alexander Djurkov Hotter (Kostüme) und Thomas Helmut Heep (Choreografie).
Eine kleine hessische Kommune steht vor dem finanziellen Ruin, aber Bürgermeisterin Carola Weissgut hat die Lösung: Ein Ideenwettbewerb verspricht Fördermillionen für „Vielfalt und Miteinander“. Da muss es doch ein paar queere Menschen im Dorf geben, die den Ruf des maroden Dorfes aufpolieren können! Und die gibt es auch, nur haben sie so gar keine Lust, für die Imagekampagne herzuhalten. Und der ein oder andere besorgte Bürger hat ein Problem mit der Regenbogenflagge am Rathaus … eine schillernde Drag Queen, Streit und Versöhnung, Familiendrama, Neuwahlen und die große Liebe machen das regenbogenbunte Chaos perfekt.
Drag Superstar Kelly Heelton und das Musiktheater-Ensemble des Staatstheaters sorgen mit Alles Liebe! für einen beschwingten und spritzigen Operettenabend. Die serbische Komponistin Misha Cvijović hebt die vielfältigen musikalischen Einflüsse ihres Werks hervor: „Mich beschäftigte die Frage, wie eine wahrhaft zeitgenössische Operette klingen kann, die ihre Traditionen respektiert und doch mit leidenschaftlicher Dringlichkeit in unsere Gegenwart spricht. Aus queeren musikalischen Welten ebenso schöpfend wie aus der Wiener und Berliner Operette, im Zusammenspiel von orchestralem Glanz und urbanen elektroakustischen Sounds, habe ich nach neuen Klangwelten gesucht.“
Die queere Landoperette ist das erste Bühnenwerk einer Komponistin, das im Großen Haus des Hessischen Staatstheater Wiesbaden uraufgeführt wird.
Quelle: Hessisches Staatstheater Wiesbaden
Spielplan / Kartenbestellung
Pressestimmen
"Die Inszenierung von Anna Weber überwindet alle Grenzen, reißt die vierte Wand ein und verbindet Bühne und Zuschauerraum. [...] Sowohl der Librettist als auch die Komponistin wissen, was die Operette braucht: ersungene und ertanzte Wachträume, Trink- und Liebesjubel, Selbstverschwendung und Entfesselung des Einzelnen, ein bisschen Liederlichkeit und den Traum von Freiheit und Gleichheit. [...] Am Ende steht das diverse Premierenpublikum im Wiesbadener Opernhaus Kopf, schwenkt bunte Fähnchen, klatscht im Takt, ist fröhlich und ausgelassen."
Die deutsche Bühne
Bernd Zegowitz, 7.12.2025
"All das ist sehr schön und opulent anzusehen: Stella Lennerts Bühne sowieso, in die von oben immer wieder durchsichtige Fachwerkhaus-Imitationen herabgefahren werden, und natürlich (bei so viel Buntheit) die Vielfalt der Kostüme vom Team um Alexander Djurkov Hotter. Das Ensemble verbreitet pure Energie."
Nachtkritik
Michael Laages, 7.12.2025
"Mit der quirlig-queeren Landoperette „Alles Liebe!“ feuert das Wiesbadener Staatstheater humorvolle Konfettikanonen ins Halbrund des Großen Hauses. Mit durchschlagendem Erfolg. Die Uraufführung der Komponistin Misha Cvijovic nach dem Libretto von Philipp Amelungsen nimmt vom ersten Takt an Fahrt auf. Und wird glänzend unterstützt durch die Regie Anna Webers und die rasanten Choreografien Thomas Helmut Heeps. […] Preisgekrönt von der Reinhold Otto Mayer Stiftung, ist diese Landoperette nicht nur das erste Musiktheater einer Frau auf der Großen Bühne in Wiesbaden, sondern besticht auch mit größtmöglichem Mix aus Pop, Elektronik und New Wave sowie aus Benatzky-Schlagern und Gershwin-Swing. Mittendrin waltet mit glücklicher Hand der erste Kapellmeister Paul Taubitz. Ovationen."
Frankfurter Neue Presse
Bettina Boyens, 9.12.2025
